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Fast ohne Netz

Das Gut Gerkenhof im niedersächsischen Kirchlinteln hat sich vor allem auf die Mutterkuhhaltung und die Pferdezucht spezialisiert, betreibt aber auch Ackerbau und Gründlandbewirtschaftung. Der Landwirtschaftsbetrieb setzt auf Innovation und vor allem modernste Energietechnik. Deshalb hat sich das Gut schon im Jahr 2014 eine Photovoltaikanlage errichten lassen. Der gesamte Strom aus den Modulen mit einer Leistung von 30 Kilowatt wurde bisher komplett in das Netz eingespeist.

Betriebskosten senken

Damit konnte der Gutsbetrieb immerhin die Kosten für den üppigen Stromverbrauch abfedern. Immerhin benötigen der Landwirtschaftsbetrieb und die Pferdezucht mit einer ganzen Reihe von Wirtschafts- und Wohngebäuden jedes Jahr etwa 250.000 Kilowattstunden Strom. Das kostet viel Geld, und Strom wird immer teurer. Um die Betriebskosten zu senken, kam Geschäftsführer Detlef Ruddat auf die Idee, mehr Strom selbst zu erzeugen.

Bestand erweitert

Deshalb wurde die schon installierte Photovoltaikanlage um weitere Solargeneratoren ergänzt. Inzwischen erzeugen Module mit einer Gesamtleistung von 174 Kilowatt jedes Jahr gut 170.000 Kilowattstunden Strom. Demnächst kommt noch eine kleine Windkraftanlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt dazu. Diese wird jedes Jahr 64.000 Kilowattstunden produzieren. Damit liefern die Generatoren fast so viel Strom vor Ort, wie das Gut Gerkenhof jedes Jahr verbraucht – zumindest rein rechnerisch. Die noch fehlenden 10.000 bis 20.000 Kilowattstunden bezieht das Gut vor allem in den dunklen Wintermonaten wie bisher aus dem Netz. Um den Netzbezug so gering zu halten, musste die gesamte Stromerzeugung möglichst auf die Zeiten mit geringer Sonneneinstrahlung und wenig Wind ausgelegt werden. Denn die Generatoren müssen auch dann noch ausreichend Energie liefern, um das gesamte Gut zu versorgen.

Speicher integriert

Um die Nutzung des Stroms vor Ort noch weiter in die Höhe zu treiben, wurde noch ein großes Speichersystem des Osnabrücker Herstellers E3/DC in das Energienetz des Gutes integriert. Dieser kann nicht nur genügend Strom zwischenlagern, um die Stromversorgung des Gutes für mehrere Stunden zu übernehmen. Er hat auch genügend Leistung, um das Energiesystem über diesen Zeitraum aufrecht zu erhalten. (Sven Ullrich)

Wie das gesamte Projekt umgesetzt wurde und wie es sich rechnet, lesen Sie im aktuellen Spezial „Eigenstrom für Landwirte“, das die Fachzeitschrift photovoltaik in Zusammenarbeit mit der DLG veröffentlicht hat. Hier steht es zum kostenlosen Download zur Verfügung.